Eine Regenwasserzisterne ist eine praktische Möglichkeit, Niederschläge zu sammeln und für die Gartenbewässerung, die Versorgung von Gewächshäusern oder andere geeignete Zwecke zu nutzen. Wer eine Regenwasserzisterne kaufen möchte, sollte jedoch nicht nur auf den Preis achten. Auch das Speichervolumen, das Material, der verfügbare Platz und die Anforderungen an die Aufstellung spielen eine wichtige Rolle. Besonders oberirdische, flexible Regenwasserzisternen bieten eine interessante Alternative zu klassischen unterirdischen Tanks, da sie ohne aufwendige Erdarbeiten installiert werden können.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Kriterien bei der Auswahl einer Regenwasserzisterne wichtig sind, wie Sie die passende Größe bestimmen und worauf Sie bei der Vorbereitung des Aufstellortes achten sollten.
1. Die richtige Größe der Regenwasserzisterne bestimmen
Das Speichervolumen ist eines der wichtigsten Auswahlkriterien. Eine zu kleine Zisterne kann den Wasserbedarf während längerer Trockenperioden nicht ausreichend decken. Ein überdimensionierter Tank benötigt dagegen mehr Stellfläche und kann höhere Anschaffungskosten verursachen.
Welche Größe sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Dachfläche: Je größer die angeschlossene Dachfläche ist, desto mehr Regenwasser kann gesammelt werden.
- Niederschlagsmenge: Die örtlichen Regenverhältnisse beeinflussen, wie schnell sich der Tank wieder füllt.
- Wasserverbrauch: Ein kleiner Hausgarten benötigt normalerweise weniger Wasser als ein großes Gewächshaus oder eine professionelle Gärtnerei.
- Bewässerungsfläche: Pflanzen, Rasenflächen und Gemüsebeete haben unterschiedliche Wasserbedürfnisse.
- Verfügbarer Platz: Die Abmessungen des Tanks müssen zum vorgesehenen Aufstellort passen.
Flexible Regenwasserzisternen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Modelle mit 3.000 oder 5.000 Litern können für kleinere Gärten und Gewächshäuser interessant sein. Für größere Gartenflächen kommen beispielsweise Varianten mit 10.000 oder 20.000 Litern infrage. In Gärtnereien und im professionellen Gartenbau kann ein Speichervolumen von bis zu 50.000 Litern sinnvoll sein, sofern Wasserbedarf, Zulauf und Platzangebot dazu passen.
Wie lässt sich der Regenwasserbedarf berechnen?
Eine erste Orientierung bietet die folgende vereinfachte Berechnung:
Regenwasserertrag = Dachfläche × Niederschlagsmenge × Abflussbeiwert
Bei einer Dachfläche von 100 Quadratmetern, einer angenommenen Niederschlagsmenge von 600 Millimetern pro Jahr und einem Abflussbeiwert von 0,8 ergibt sich beispielsweise:
100 m² × 0,6 m × 0,8 = 48 m³
Das entspricht rechnerisch 48.000 Litern Regenwasser pro Jahr. Tatsächlich nutzbar ist jedoch weniger Wasser, da Verluste durch Überlauf, Filterung und ungleichmäßige Niederschläge auftreten können. Außerdem fällt der Regen nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt.
Für die Auswahl der Zisterne sollten Sie deshalb sowohl den erwarteten Wasserertrag als auch den tatsächlichen Verbrauch berücksichtigen.
2. Welches Material eignet sich für eine Regenwasserzisterne?
Neben dem Volumen beeinflusst das Material die Haltbarkeit, Handhabung und Eignung des Tanks. Auf dem Markt gibt es starre Behälter aus verschiedenen Kunststoffen sowie flexible Tanks aus beschichtetem Gewebe.
Flexible Regenwasserzisternen aus PVC-beschichtetem Gewebe
Eine flexible Zisterne besteht häufig aus einem widerstandsfähigen, PVC-beschichteten Gewebe. Nach dem Aufstellen wird sie mit Wasser befüllt und nimmt dabei ihre vorgesehene Form an. Im leeren Zustand lässt sich das Material zusammenfalten, was Transport und Lagerung erleichtern kann.
Zu den möglichen Vorteilen gehören:
- Oberirdische Aufstellung ohne das Eingraben eines Behälters
- Keine umfangreichen Erdarbeiten für die Tankinstallation
- Verschiedene Speichervolumen für unterschiedliche Anforderungen
- Platzsparende Lagerung im entleerten Zustand, sofern der Hersteller dies vorsieht
- Einsatzmöglichkeiten in privaten Gärten, Gewächshäusern und Gartenbaubetrieben
Solche Tanks werden häufig auch als Kissentanks oder Tankkissen bezeichnet. Ihre konkrete Eignung hängt von der Materialqualität, den Herstellerangaben und den Bedingungen am Aufstellort ab. Wer Regenwasser effizient sammeln und für die Gartenbewässerung nutzen möchte, kann eine passende Regenwasserzisterne kaufen und das Speichervolumen an den eigenen Bedarf anpassen.
Starre Tanks und unterirdische Zisternen
Starre Regenwassertanks bestehen beispielsweise aus Kunststoff oder anderen geeigneten Materialien. Sie behalten ihre Form und können je nach Bauart oberirdisch oder unterirdisch installiert werden.
Unterirdische Zisternen benötigen in der Regel eine geeignete Baugrube sowie eine fachgerechte Vorbereitung und Installation. Das kann sinnvoll sein, wenn die Oberfläche frei bleiben soll. Allerdings müssen dafür die zusätzlichen Bauarbeiten und Kosten eingeplant werden.
Wer eine unkomplizierte Lösung sucht, sollte daher prüfen, ob eine flexible, oberirdische Regenwasserzisterne den eigenen Anforderungen entspricht.
3. Oberirdische Zisterne oder Erdtank: Welche Lösung ist besser?
Die Entscheidung zwischen einer oberirdischen Zisterne und einem Erdtank hängt vor allem von den örtlichen Bedingungen und dem geplanten Einsatz ab.
Eine oberirdische Zisterne lässt sich häufig ohne größere Veränderungen am Grundstück aufstellen. Sie eignet sich besonders dann, wenn keine Baugrube ausgehoben werden soll oder eine bestehende Regenwassernutzung nachgerüstet wird.
Ein Erdtank kann dagegen Vorteile bieten, wenn nur wenig sichtbare Stellfläche zur Verfügung steht oder der Behälter aus Platz- und Gestaltungsgründen unter der Oberfläche liegen soll.
Bei der Entscheidung sollten Sie folgende Aspekte vergleichen:
Kosten: Oberirdische flexible Tanks können die Ausgaben für Aushub und bestimmte Bauarbeiten reduzieren. Der tatsächliche Gesamtpreis hängt jedoch von Tankgröße, Zubehör, Untergrund und Anschlussarbeiten ab.
Platzbedarf: Oberirdische Modelle benötigen eine geeignete freie Fläche. Unterirdische Tanks nutzen den Platz unter der Oberfläche, erfordern aber ausreichend Raum für die Installation.
Montage: Flexible Tanks können bei geeigneten Bedingungen vergleichsweise einfach aufgestellt werden. Erdtanks benötigen normalerweise umfangreichere Vorbereitungen.
Wartung: Beide Varianten müssen regelmäßig kontrolliert werden. Dazu gehören Anschlüsse, Zuläufe, Filter und mögliche Verunreinigungen.
Witterungsschutz: Oberirdische Tanks sind der Umgebung stärker ausgesetzt. Insbesondere Frost, direkte Sonneneinstrahlung und mechanische Belastungen müssen bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Für Grundstücke, auf denen Erdarbeiten vermieden werden sollen, kann eine flexible Regenwasserzisterne daher eine besonders praktische Alternative sein.
4. Den richtigen Aufstellort vorbereiten
Auch eine hochwertige Regenwasserzisterne benötigt einen geeigneten Untergrund. Die Vorbereitung des Aufstellortes ist entscheidend für einen sicheren und langfristigen Betrieb.
Der Untergrund sollte eben, tragfähig und frei von scharfkantigen Gegenständen sein. Steine, Wurzeln oder andere Hindernisse können das Tankmaterial beschädigen. Beachten Sie außerdem, dass das Gewicht eines gefüllten Tanks erheblich ist: 5.000 Liter Wasser entsprechen bereits ungefähr fünf Tonnen, zusätzlich zum Eigengewicht des Behälters.
Vor der Installation sollten Sie daher folgende Punkte überprüfen:
- Ist ausreichend Platz für die Abmessungen des gefüllten Tanks vorhanden?
- Ist der Untergrund eben und für das Gesamtgewicht geeignet?
- Gibt es spitze Gegenstände oder Unebenheiten, die das Material beschädigen könnten?
- Kann das Regenwasser sicher vom Dach zum Tank geleitet werden?
- Sind die Anschlüsse für Zulauf, Entnahme und gegebenenfalls Überlauf erreichbar?
- Ist der Standort vor unzulässigen mechanischen Belastungen geschützt?
Die genauen Anforderungen an Untergrund und Vorbereitung richten sich nach den Montageanweisungen des Herstellers. Bei großen Speichervolumen oder schwierigen Bodenverhältnissen sollte die Tragfähigkeit fachkundig geprüft werden.
5. Regenwasserzufuhr und Zubehör richtig planen
Damit eine Regenwasserzisterne zuverlässig genutzt werden kann, muss das Wasser kontrolliert in den Tank gelangen. Häufig wird dafür das Regenwasser von einer Dachfläche über Dachrinnen und Fallrohre gesammelt.
Ein geeigneter Regensammler kann dabei helfen, das Wasser vom Fallrohr in den Tank zu leiten. Je nach Modell übernimmt er zusätzlich eine Filterfunktion. Bei größeren Tanks und hohen Zulaufmengen sollte die Dimensionierung der Wasserzufuhr sorgfältig geprüft werden.
Neben dem Regensammler können folgende Zubehörteile sinnvoll sein:
Anschlusssets: Sie erleichtern die Verbindung zwischen Fallrohr, Zisterne und weiteren Komponenten, sofern sie zum jeweiligen Modell passen.
Schläuche und Rohrleitungen: Sie transportieren das Wasser zwischen den einzelnen Komponenten und sollten für den vorgesehenen Einsatz geeignet sein.
Filter: Sie können Laub und andere grobe Verunreinigungen reduzieren. Regelmäßige Reinigung bleibt trotzdem wichtig.
Pumpe: Wenn das gespeicherte Wasser über einen Schlauch oder ein Bewässerungssystem verteilt werden soll, kann eine geeignete Pumpe erforderlich sein. Auswahl und Leistung richten sich nach Förderhöhe, Fördermenge und dem angeschlossenen System.
Überlauf: Ein passend geplanter Überlauf verhindert, dass überschüssiges Wasser unkontrolliert am Tank austritt. Das Wasser sollte an eine dafür geeignete Stelle geleitet werden.
Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Anschlüsse bereits enthalten sind und welches Zubehör zusätzlich benötigt wird.
6. Was kostet eine Regenwasserzisterne?
Die Anschaffungskosten variieren je nach Speichervolumen, Bauart, Material und Ausstattung. Kleinere Tanks sind in der Regel günstiger als große Modelle. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für Regensammler, Schläuche, Pumpen und Anschlusssets.
Bei flexiblen, oberirdischen Regenwasserzisternen können die Gesamtkosten niedriger ausfallen als bei einer vergleichbaren Lösung mit aufwendigen Erdarbeiten. Das liegt insbesondere daran, dass für die Installation normalerweise keine Baugrube für den Tank erforderlich ist.
Für die Budgetplanung sollten Sie folgende Kostenpositionen berücksichtigen:
- Anschaffungspreis der Zisterne
- Kosten für erforderliches Zubehör
- Vorbereitung des Untergrunds
- Anschluss an Dachrinne und Fallrohr
- Gegebenenfalls erforderliche Pumpe und Bewässerungstechnik
- Laufende Kosten für Wartung und Instandhaltung
Ein günstiger Kaufpreis allein ist deshalb kein ausreichendes Entscheidungskriterium. Wichtig ist, dass der Tank zum Bedarf passt und die erforderlichen Anschlusskomponenten berücksichtigt werden.
7. Regenwasserzisterne für Garten, Gewächshaus und Gärtnerei
Der geplante Einsatzbereich bestimmt maßgeblich, welche Tankgröße und Ausstattung sinnvoll sind.
Für den privaten Garten
In kleineren Gärten kann ein kompakter Tank mit 3.000 oder 5.000 Litern bereits eine nützliche Ergänzung zur Gartenbewässerung sein. Entscheidend ist, wie groß die zu bewässernde Fläche ist und wie häufig Regen fällt.
Für Gewächshäuser
Im Gewächshaus kann gesammeltes Regenwasser für die Bewässerung von Gemüse, Blumen und anderen Pflanzen verwendet werden. Hier lohnt es sich, den Wasserbedarf über die gesamte Anbausaison einzuschätzen und das Speichervolumen daran anzupassen.
Für große Gartenflächen
Bei größeren Grundstücken können Tanks mit 10.000 oder 20.000 Litern interessant sein. Sie ermöglichen es, größere Wassermengen zwischenzuspeichern. Ob das Volumen ausreicht, hängt von der Regenmenge, der Dachfläche und dem Bewässerungsbedarf ab.
Für Gärtnereien und Gartenbaubetriebe
Gewerbliche Anwendungen können einen deutlich höheren Wasserbedarf aufweisen. Große Speichervolumen von 20.000 bis 50.000 Litern kommen deshalb für bestimmte Betriebe infrage. Vor dem Kauf sollten der erwartete Verbrauch, die verfügbare Stellfläche und die erforderliche Fördertechnik geprüft werden.
8. Frostschutz und Pflege nicht vergessen
Bei oberirdischen Regenwasserzisternen ist der Schutz vor niedrigen Temperaturen besonders wichtig. Gefrierendes Wasser kann Bauteile, Anschlüsse und Leitungen beschädigen. Wie der Tank auf den Winter vorbereitet werden muss, hängt von seiner Konstruktion und den Herstellerangaben ab.
Informieren Sie sich vorab, ob das Modell für die vorgesehenen Außentemperaturen geeignet ist und ob es im Winter entleert oder anderweitig geschützt werden muss. Schläuche, Pumpen und Wasserleitungen benötigen gegebenenfalls eine gesonderte Wintervorbereitung.
Zur regelmäßigen Pflege gehören außerdem:
- Sichtprüfung des Tankmaterials und der Anschlüsse
- Kontrolle auf Undichtigkeiten
- Reinigung von Regensammler und Filtern
- Überprüfung des Überlaufs
- Entfernung von Schmutz im Zulaufbereich
- Beachtung der vorgeschriebenen Wartungsintervalle
Das gespeicherte Regenwasser ist nicht als Trinkwasser geeignet. Für die Verwendung im Haushalt oder in technischen Anlagen müssen die jeweiligen Anforderungen an die Wasserqualität und die Installation beachtet werden.
9. Checkliste: Darauf sollten Sie beim Kauf achten
Bevor Sie eine Regenwasserzisterne bestellen, empfiehlt sich eine kurze Prüfung der wichtigsten Kriterien:
- Speichervolumen: Passt die Tankgröße zum erwarteten Wasserbedarf?
- Material: Ist das Material für den geplanten Standort und die vorgesehenen Einsatzbedingungen geeignet?
- Abmessungen: Reicht der Platz für den gefüllten Tank aus?
- Untergrund: Ist die Fläche eben, frei von scharfen Gegenständen und ausreichend tragfähig?
- Anschlüsse: Sind Zulauf, Entnahme und Überlauf mit dem vorhandenen System kompatibel?
- Zubehör: Werden Regensammler, Schläuche, Pumpe oder Anschlusssets benötigt?
- Witterung: Gibt es Vorgaben für Frostschutz und Sonneneinstrahlung?
- Kosten: Sind neben dem Kaufpreis auch Zubehör und Montagevorbereitung berücksichtigt?
- Herstellerangaben: Liegen verständliche Anweisungen zur Aufstellung, Nutzung und Wartung vor?
Wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich die Auswahl deutlich gezielter treffen.
Fazit
Wer eine Regenwasserzisterne kaufen möchte, sollte vor allem das passende Speichervolumen, das Material und die Bedingungen am Aufstellort berücksichtigen. Flexible, oberirdische Regenwasserzisternen aus PVC-beschichtetem Gewebe können eine praktische Lösung sein, wenn Regenwasser ohne aufwendige Erdarbeiten gespeichert werden soll.
Von kompakten 3.000-Liter-Modellen für kleinere Gärten bis zu Tanks mit 50.000 Litern für größere Gartenbauprojekte stehen unterschiedliche Größen für verschiedene Anforderungen zur Verfügung. Eine sorgfältige Planung der Dachfläche, des Wasserverbrauchs, der Anschlüsse und des Zubehörs hilft dabei, eine geeignete Lösung zu finden und das Regenwasser sinnvoll zu nutzen.

